NeMo.bil-Projekt
Erfolgreicher Projektabschluss zeigt Potenziale für die Mobilität der Zukunft

Wie können Personen und Güter insbesondere in ländlichen Regionen flexibel, nachhaltig und bedarfsgerecht mobil sein? Das Projekt NeMo.bil hat hierfür in den vergangenen Jahren ein neuartiges Mobilitätssystem entwickelt und prototypisch umgesetzt. Beim Abschlussevent im Juli 2026 im Paderborner Zukunftsquartier wurden die Ergebnisse nun erstmals in ihrer Gesamtheit präsentiert. Auch für DiSerHub kann die Nutzung der Projektergebnisse durch eine Übertragung in neue digitale Services und Geschäftsmodelle von großer Bedeutung sein.
Das Mobilitätssystem
Das Projekt NeMo.bil wurde mit rund 18 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Gemeinsam mit 19 Projektpartnern wurde ein System entwickelt, das autonome Fahrzeuge, digitale Anwendungen und nachhaltige Energieversorgung zu einem bedarfsgerechten Mobilitätssystem für Personen- und Gütertransport verbindet.
Im Mittelpunkt steht ein zweigeteiltes Fahrzeugkonzept: die kleineren, elektrisch und autonom fahrenden NeMo.Cabs übernehmen die erste und letzte Meile und holen Fahrgäste oder Güter bedarfsgerecht ab. Für längere Strecken können sich mehrere Cabs zu einem Konvoi zusammenschließen, der von einem größeren Zugfahrzeug, dem NeMo.Pro, gezogen wird. So soll ein ressourcenschonender, individueller öffentlicher Verkehr entstehen und insbesondere im ländlichen Raum dort unterstützen, wo klassische Bus- und Bahnangebote heutzutage an ihre Grenzen stoßen.
Vom Prototyp zum Gesamtsystem
Beim Abschlussevent im Zukunftsquartier Paderborn konnten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung die entwickelten Lösungen in ihrer Gesamtheit erleben. Neben den Fahrzeugen selbst wurden auch digitale Anwendungen und technische Systeme präsentiert. Fachausstellung, Diskussionen und Fahrdemonstrationen machten sichtbar, wie die einzelnen Komponenten des Mobilitätssystems zusammenspielen.
Damit markiert die Veranstaltung nicht nur das Ende der Projektlaufzeit, sondern zugleich den Übergang von der Entwicklung und Erprobung hin zur weiteren Nutzung und Verstetigung der Ergebnisse.
Digitale Lösungen als wichtiger Baustein
Neben den Fahrzeugen bildet das digitale Ökosystem einen wesentlichen Bestandteil von NeMo.bil. Im Projekt wurden digitale Komponenten entwickelt, die auch über die Projektlaufzeit hinaus genutzt werden können. Auch die entwickelten Fahrzeugkonzepte sollen weiterverwendet sowie in Folgeprojekten erprobt und optimiert werden. Die im Projekt entstandenen Cabs bilden dabei die technische Grundlage für künftige Konzepte der Schwarmmobilität. Beim NeMo.Pro werden unter anderem der weitere Konvoibetrieb sowie die Nutzung als mobile Ladestation untersucht. Das im Projekt entwickelte Kopplungssystem eröffnet damit nicht nur automatisiertes Konvoifahren, sondern auch neue Wege für das automatisierte Laden autonomer Fahrzeuge.
NeMo.bil als Impuls für die Mobilität von morgen
Der erfolgreiche Abschluss von NeMo.bil zeigt eindrucksvoll, dass die Mobilitätstransformation nicht allein durch einzelne Technologien vorangetrieben wird. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Fahrzeugen, digitalen Systemen, Infrastruktur, Energieversorgung und neuen Mobilitätskonzepten.
Für DiSerHub ist NeMo.bil damit ein besonders interessantes Praxisbeispiel dafür, wie aus technologischen Entwicklungen neue digitale Services und Geschäftsmodelle entstehen können. Die im Projekt entwickelten Lösungen und Erfahrungen liefern wichtige Impulse für die weitere Diskussion darüber, wie vernetzte und automatisierte Mobilität wirtschaftlich und gesellschaftlich nutzbar gemacht werden kann.
Mit dem Projektabschluss endet die Entwicklung deshalb nicht: Die entstandenen Prototypen, digitalen Komponenten und Erkenntnisse bilden eine Grundlage für weitere Anwendungen und Folgeprojekte und damit für die nächste Phase der Mobilitätstransformation.
Autorin:
Johanna Beckmann, Universität Paderborn

